Weingut Philipp Grassl – Rubin Carnuntum 2023
13,50 € inkl. MwSt.
Ruhe als Kraft
Mitten in Göttlesbrunn, in einer Landschaft ohne großes Getöse, führt die Familie Grassl ihr Weingut in dritter Generation. Hier zählt Bodenständigkeit, Präzision und eine fast meditative Konzentration auf das Wesentliche. Die Region Carnuntum, geprägt von sanften Hügeln, Löss, Lehm und Schotter, bietet ideale Bedingungen für autochthone Sorten. Zweigelt und Sankt Laurent sind das Herz des Hauses. Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah ergänzen den Stil. Der Carnuntum erzählt genau diese Haltung: zeitlos, ehrlich, unverstellt. Ich lernte das Weingut während meiner Lese 2023 kennen – damals noch bei Lichtenberger Gonzalez. Was mich sofort beeindruckte: die Ruhe, mit der hier gearbeitet wird. Jeder Handgriff sitzt, nichts wird dem Zufall überlassen.
Kräftig. Klar. Carnuntum.
Carnuntum – ein Name, der an die Römer erinnert. Und tatsächlich hätte dieser Zweigelt aus bis zu 45-jährigen Reben ihnen gefallen. Er stammt aus südostexponierten Lagen auf lehmig-schottrigen Lössböden. Die Trauben werden Anfang September von Hand gelesen, danach in zwei Schritten selektiert. Die Vergärung im Edelstahl erfolgt bei 30 °C, begleitet von sanftem Unterstoßen des Tresterhutes. 16–19 Tage bleibt der Wein auf der Maische, bevor er in gebrauchte Barriques und Tonneaux wechselt. Dort baut er die Säure ab, klärt sich durch Sedimentation und reift bis zur Füllung im August 2024. Ein Zweigelt, der Kraft mit feiner Extraktsüße verbindet und zugleich die Handschrift des Hauses trägt.
Dunkel. Saftig. Spannend.
Tiefdunkles Rubingranat. Ein Duft wie ein nächtlicher Spaziergang unter Kirschbäumen: schwarze Kirsche, blaue Beeren, feine Würze. Am Gaumen dicht, saftig, mit fester Struktur. Die sublime Extraktsüße wirkt wie ein weicher Schleier über den festen Tanninen. Das Finale hallt warm und klar nach – ein Klassiker, der jedes Glas ruhig weiter erzählt. Gutes Entwicklungspotenzial bis etwa 2033.
Stark im Alltag. Stark am Tisch.
Zu kräftigen Speisen zeigt er Größe: Rindfleischvariationen, geschmortes Wild, weiche Käsesorten. Veggie überzeugt er zu Kräuterseitlingen aus der Pfanne oder Linsenragout. Trinktemperatur 16–18 °C. Kein Dekantieren nötig, eine kurze Belüftung genügt. Jetzt schon wunderbar, doch mit einigen Jahren im Keller gewinnt er an Tiefe.
Zusätzliche Informationen
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