Lichtenberger Gonzalez – Vorderberg 2019
55,00 € inkl. MwSt.
Familie, Geduld und Kalkstein
Manche Weingüter wachsen schnell. Andere wachsen tief. Lichtenberger González gehört zur zweiten Kategorie. Als Adriana González und Martin Lichtenberger 2009 ihre ersten 300 Flaschen füllten, stand kein Businessplan für schnelles Wachstum im Vordergrund. Stattdessen die Überzeugung, dass große Weine Zeit brauchen. Bis heute prägt diese dies jeden ihrer Weine. Rund um Breitenbrunn am Leithaberg arbeiten die beiden mit autochthonen Rebsorten und einer kompromisslos naturnahen Bewirtschaftung. Die Weinberge wurzeln in Muschelkalk, Schiefer und ihren vielfältigen Mischformen. Karge Böden, niedrige Erträge und das besondere Klima zwischen Leithagebirge und Neusiedler See schaffen ideale Voraussetzungen für Weine mit Herkunft und Charakter. Familie, Vertrauen und Geduld sind dabei keine Schlagworte, sondern gelebter Alltag.
Blaufränkisch vom Vorderberg
Was für ein Blaufränkisch. Der Vorderberg stammt von alten Reben auf reinem Kalkstein am Leithaberg. Nach der Handlese wird vollständig entrappt und im offenen Holzbottich vergoren. Anschließend reift der Wein über zwei Jahre auf der Vollhefe in gebrauchten Barriques. Das Ergebnis ist kein kraftstrotzender Muskelprotz, sondern ein präziser, tiefgründiger Blaufränkisch mit bemerkenswerter Ruhe. Der Jahrgang 2019 verbindet die kühle Eleganz des Leithabergs mit der natürlichen Handschrift von Adriana und Martin. Kalkstein, Zeit und Vertrauen formen hier einen Wein, der seine Herkunft mit beeindruckender Klarheit transportiert.
Dunkle Beeren und kühler Stein
Aus dem Glas steigen Brombeeren, dunkle Waldfrüchte und ein Hauch von Beerenkonfitüre auf. Veilchen, Lakritze, schwarzer Pfeffer und feine Kräuterwürze sorgen für zusätzliche Tiefe. Am Gaumen wirkt der Vorderberg saftig und zugleich straff. Die Tannine sind präsent, aber perfekt eingebunden. Die Frucht bleibt kühl und präzise, begleitet von einer kalkigen Mineralität, die sich wie ein roter Faden durch den Wein zieht. Mit etwas Luft treten Hagebutte, Gewürze und feine erdige Nuancen hervor. Das Finale bleibt lange haften, getragen von Spannung, Frische und bemerkenswerter Finesse.
Für lange Abende
Dieser Blaufränkisch liebt Zeit. Im Glas ebenso wie im Keller. Serviert bei 16 bis 18 °C begleitet er geschmortes Lamm, Wildgerichte oder geröstete Auberginen mit schwarzem Knoblauch. Ebenso schön funktioniert er an einem langen Abend mit guten Freunden und wenig Ablenkung. Eine Stunde Karaffe tut ihm gut. Heute zeigt er bereits viel Harmonie, besitzt aber mühelos Potenzial für weitere zehn Jahre Reife. Ein Wein für Menschen, die Charakter über Lautstärke stellen.
Zusätzliche Informationen
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