Lichtenberger Gonzalez – Lasslo 2020

17,00  inkl. MwSt.

 Familie, Kalk und Geduld
Als Adriana González und Martin Lichtenberger 2009 ihre ersten 300 Flaschen füllten, war die Richtung bereits klar. Keine lauten Weine. Keine Abkürzungen. Stattdessen Geduld, Vertrauen und der feste Glaube daran, dass große Weine im Weinberg entstehen. Rund um Breitenbrunn am Leithaberg fanden sie dafür ideale Voraussetzungen. Muschelkalk, Schiefer und das besondere Klima zwischen Leithagebirge und Neusiedler See prägen die Weinberge bis heute. Die Bewirtschaftung erfolgt naturnah, die Eingriffe im Keller bleiben minimal. Der Jahrgang 2020 erinnert mich dabei besonders an viele Stunden zwischen den Rebzeilen. Die Lese durfte ich begleiten und erleben, wie viel Handarbeit, Präzision und Hingabe hinter diesen Weinen stecken. Viel Schweiß, lange Tage und unzählige Entscheidungen im Weinberg bilden die Grundlage für Weine wie diesen. Familie wird bei Adriana und Martin großgeschrieben. Vielleicht ist es genau deshalb kein Zufall, dass auch dieser Wein einen Namen trägt, der für mich etwas sehr Persönliches bedeutet.

Lasse liebt Blaufränkisch
Dieser Wein trägt den Spitznamen meines Bruders Lasse. Und wer ihn kennt, weiß: Seine Begeisterung für Blaufränkisch ist groß. Deshalb passt kaum ein Wein besser zu seinem Namen als dieser. Reinsortiger Blaufränkisch von kalkgeprägten Böden rund um Breitenbrunn, von Hand gelesen, spontan vergoren und ausschließlich im großen Holzfass ausgebaut. Bereits auf diesem Niveau zeigen Adriana und Martin ihre ganze Handschrift. Herkunft, Präzision und Trinkfluss stehen über Konzentration und Lautstärke. Der Jahrgang 2020 verbindet die typische Würze des Blaufränkisch mit beeindruckender Eleganz. Ein Wein, der nicht beeindrucken möchte, sondern überzeugt. Still, präzise und voller Charakter.

Pfeffer, Kirsche und Kalkstein
Die Nase öffnet sich mit Schwarzkirschen, Schlehen und dunklen Waldfrüchten. Dahinter folgen schwarzer Pfeffer, Lorbeerblätter und feine Anklänge von Bleistiftabrieb. Mit etwas Luft treten zusätzliche kräuterwürzige und leicht erdige Nuancen hervor. Am Gaumen zeigt sich der Blaufränkisch erstaunlich fein und präzise. Die lebendige Säure verleiht ihm Frische und Zug, während das Tannin spürbar, aber fein verwoben bleibt. Die dunkle Frucht wird von kalkiger Mineralität und pfeffriger Würze begleitet. Nichts wirkt schwer oder üppig. Stattdessen Spannung, Balance und ein seidiger Trinkfluss. Im langen Finale bleiben schwarze Kirschen, Gewürze und die unverwechselbare Handschrift des Leithabergs präsent.

Zeit im Glas
Dieser Blaufränkisch liebt etwas Luft. Eine halbe Stunde in der Karaffe öffnet ihn spürbar und bringt seine feinen Details zum Vorschein. Serviert bei 15 bis 17 °C begleitet er geschmortes Lamm ebenso überzeugend wie gegrillte Auberginen, Pilzgerichte oder einen kräftigen Bergkäse. Bereits heute zeigt er sich offen und zugänglich, besitzt aber genügend Struktur für weitere acht bis zehn Jahre Reife. Ein Wein für lange Abende, gute Gespräche und Menschen, die Charakter höher schätzen als Lautstärke.

320 vorrätig

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